Infrastrukturkampagne in Walldorf und Wiesloch

Die Initiative RadKULTUR setzt auch in diesem Jahr Infrastrukturkampagnen zur Förderung des Radverkehrs um. Ziel: für das Fahrrad als alltagstaugliches und umweltfreundliches Verkehrsmittel zu werben. Von Mitte Juni bis Mitte September heißt es deshalb: In Walldorf und Wiesloch fahren wir Rad.

Die RadKULTUR vor Ort in Walldorf und Wiesloch

Vom 14. bis 20. Juni lädt der Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch zur Mobilitätswoche ein. Diesen Anlass nutzen wir, um auf die attraktive Radroute zwischen Walldorf und Wiesloch aufmerksam zu machen. Mit einer mehrmonatigen Kommunikationskampagne und spannenden Aktionen möchten wir zur Nutzung anregen und Lust aufs Radfahren im Alltag machen. Die Stadt Walldorf setzt parallel die temporäre Fahrradstraße im Kleinfeldweg im Rahmen eines dreimonatigen Verkehrsversuches um, um wichtige Erkenntnisse für die Anbindung des Gewerbegebiets zu gewinnen. 

Eine Vielzahl von spannenden Aktionen und begeisternden Raderlebnissen rund um die Radstrecke erwartet Dich.

Alles im Blick: Die Route und was Du wissen musst

Radroute Wiesloch-Walldorf 
Die Radroute führt Dich praktisch durch den Alltag. Auf der Strecke wurden Schnellmaßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs umgesetzt, sodass Du schnell und sicher zwischen Wiesloch und Walldorf pendeln kannst. Wir bewerben die Strecke für drei Monate.

Deine Meinung ist gefragt!
Gib' uns dein Feedback zur Radkampagne der RadKULTUR. Zur Befragung geht's hier entlang!

Verkehrsversuch Fahrradstraße

Zukünftig sollen Radler über neue Verbindungen direkter und sicherer vom Bahnhof ins Gewerbegebiet gelangen. Hier soll der Kleinfeldweg zum zentralen Verbindungsstück ausgebaut werden – die temporäre Einrichtung einer Fahrradstraße gibt einen Ausblick darauf. 

Bisher ist die Situation auf dem Kleinfeldweg für Radler nicht ideal: Es gibt nur einen Schutzstreifen in westlicher Fahrtrichtung; parkende Autos führen zu einem verengten Straßenraum. Das führt in der Praxis oft dazu, dass der gesetzliche Überholabstand nicht eingehalten wird. 

Die im Rahmen des Verkehrsversuchs eingerichtete Fahrradstraße adressiert diese Punkte. Ziel ist eine Fahrradstraße nach den Qualitätsstandards des Landes Baden-Württemberg, die die Sicherheit des Radverkehrs erhöht und gleichzeitig die Funktion des Gewerbegebiets sichert. Parkplätze bleiben bestehen, allerdings explizit ausgewiesen und in kleinerer Zahl. Ausreichend Abstand zwischen den Parkplätzen gewährleistet sicheres Überholen. Zudem schützt ein Sicherheitstrennstreifen Radfahrende vor sich öffnenden Autotüren (Dooring) und der Radverkehr erhält Vorfahrt an fast allen Kreuzungen. Piktogramme und gelbe Temporärmarkierungen machen die neuen Regelungen sichtbar. 

Der dreimonatige Verkehrsversuch Kleinfeldweg zeigt so schon heute, wie die Stärkung des Radverkehrs ohne große Baumaßnahmen funktionieren kann. Weitere Informationen zum Verkehrsversuch finden Sie hier.

Jetzt mitgestalten: Teile dein Feedback zum Verkehrsversuch Kleinfeldweg über die Beteiligungsplattform und hilf mit, den Kleinfeldweg sicherer zu machen!

Sicher und fair unterwegs

Sicherheit beim Radfahren ist ein Schwerpunkt der Kampagne. Mit Plakaten und Bannern entlang der Strecke weisen wir auf Verhaltensweisen und Verkehrsregeln hin, die allen Verkehrsteilnehmern zu Gute kommen.

bicycle

Gegenseitige Rücksichtnahme 

Rad- und Autofahrende haben ein gemeinsames Ziel: sicher ankommen. Deshalb appellieren wir an alle Verkehrsteilnehmenden aufeinander achtzugeben. Das schafft Sicherheit für alle.

car

Achtung, „Dooring-Zone"

Halte als Rad fahrende Person immer ausreichend Abstand zu parkenden Autos. Für Autofahrende gilt: Mit dem holländischen Griff wird der Schulterblick zur Gewohnheit. Bei diesem öffnet man die Tür mit der weiter entfernten Hand und schützt so Radfahrende vor Unfällen.

justitia

Gesetzlicher Überholabstand

Wer Radfahrende mit dem Auto überholt, muss generell innerorts eineinhalb Meter und außerorts zwei Meter Sicher- heitsabstand einhalten. Das gilt allerdings nicht, wenn man selbst auf dem Rad andere Radfahrende überholt.

flower

Umweltspur Wiesloch

Die Hauptstraße in Wiesloch verfügt über eine Umweltspur. Sie dient als Fahrstreifen, der ausschließlich dem Bus- und Radverkehr vorbehalten ist. Die Maßnahme beschleunigt den Rad- und den öffentlichen Nahverkehr, macht diesen sicherer und fördert gleichzeitig eine umweltfreundliche Mobilität.

map

Fahrradstraße Kleinfeldweg

In der temporär eingerichteten Fahrradstraße haben Radfahrende Vorrang und dürfen nebeneinander fahren. Für alle Fahrzeuge gilt 30 km/h oder langsamer. Der Radverkehr darf dabei nicht behindert werden und der gesetzliche Überholabstand besteht auch hier. Beim motorisierten Verkehr gilt: Nur für Anlieger, Kunden und Lieferverkehr.

Ausblick: Weitere Infrastrukturmaßnahmen sind auf dem Weg

Um den Radverkehr nachhaltig zu stärken, sind weitere Maßnahmen am Gewerbestandort Walldorf geplant – nicht nur im Kleinfeldweg: 

  • Die neue Fuß- und Rad-Unterführung am Gutenbergring: Als im Rahmen des Mobilitätspakts vorgezogene Maßnahme des L723-Ausbaus ersetzt sie die Führung über die Bedarfsampel an der L723. Sie sorgt für eine kreuzungsfreie und flüssige Verbindung zum Bahnhof. Teil der Ausbauplanung der L723 ist auch ein landesstraßenbegleitender Radweg entlang und über die Bahnbrücke.
  • Die Idee einer Fuß- und Radbrücke über die Dietmar-Hopp-Allee der Stadt Walldorf schafft eine Fortführung in Richtung Westen. Sie soll eine bestehende Netzlücke schließen und die Verbindung zwischen dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf und dem SAP-Campus deutlich verbessern. 
  • Entlang des Werksgelände der Heidelberger Druckmaschinen AG entsteht ein bahnparalleler Radweg in Richtung Rot. Dieser schafft eine Verbindung des Bahnhofs Wiesloch-Walldorf In Richtung Süden und führt so die Vorzugstrasse des Radschnellwegs Heidelberg – Wiesloch/Walldorf fort. 

Mehr Informationen gibt es bei der Stadt Walldorf.

Zur Stärkung des Wirtschaftsraums Walldorf/Wiesloch und nachhaltiger Mobilitätsformen wurde im Oktober 2018 unter Federführung des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg der Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch gegründet. Nach der erfolgreichen ersten Laufzeit wurde der Pakt 2023 auf weitere fünf Jahre verlängert. Partnerinnen und Partner sind das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, der Rhein-Neckar-Kreis, die Städte Walldorf und Wiesloch, SAP SE, Heidelberger Druckmaschinen AG, MLP SE, die IHK Rhein-Neckar, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar, der Verband Region Rhein-Neckar, die Nahverkehrsgesellschaft Baden- Württemberg, die Autobahn GmbH des Bundes und das Regierungspräsidium Karlsruhe, das die Koordination des Pakts innehat. 

Im Rahmen des Mobilitätspakts arbeiten die Beteiligten gemeinsam an Lösungen zur Verbesserung des Mobilitätsangebots insbesondere für Pendelnde. Maßnahmen zielen darauf ab, die Erreichbarkeit von Walldorf/Wiesloch zu verbessern und klimafreundliche Mobilität zu stärken. Wesentlich ist dabei die Betrachtung und Vernetzung aller Verkehrsarten (ÖPNV, Straßenverkehr sowie Fuß- und Radverkehr) zur Stärkung nachhaltiger Mobilitätsformen. Einen großen Stellenwert hat hierbei auch das betriebliche Mobilitätsmanagement, da Pendlerverkehre die Verkehrssituation maßgeblich beeinflussen. 

Weitere Informationen zum Mobilitätspakt sind auf der Homepage des Mobilitätspakts Walldorf/Wiesloch unter www.mobipakt-wa-wi.de zu finden.

Das Ministerium für Verkehr plant auch in 2026 im Rahmen der Initiative RadKULTUR Infrastrukturkampagnen zur Förderung des Radverkehrs umzusetzen, um gezielt für den Umstieg auf das Fahrrad als alltagstaugliches und umweltfreundliches Verkehrsmittel zu werben. 

Ziel ist es Pendelnde auf bestehende oder neue Radinfrastruktur hinzuweisen und auch langfristig zu unterstützen, Verkehrsbelastungen zu reduzieren und zugleich die lokale Radkultur zu stärken.

2023 und 2024 wurden in Waiblingen-Bad-Cannstatt und Eppingen-Heilbronn zwei erfolgreiche pilotierte Modelkampagnen durchgeführt, die anlässlich von Bahn-Streckensperrungen Radstrecken als Alternativen zum Auto erfolgreich beworben haben. 

Kommunikationsseitig werden die Kampagnen vollständig von der Initiative RadKULTUR finanziert und umgesetzt.