Fahr­rad­helme ret­ten Leben und schüt­zen vor Ver­let­zun­gen

Stu­die zur Nut­zung und Wir­kung von Fahr­rad­hel­men fer­tig­ge­stellt

Fahr­rad­helme sind effek­tiv, um die Fol­gen von Fahr­ra­d­un­fäl­len erheb­lich abzu­mil­dern. Dies belegt eine umfang­rei­che Grund­la­gen­stu­die der Län­der Baden-Würt­tem­berg und Thü­rin­gen mit neuen Zah­len. Die nun vor­lie­gende gemein­same Unter­su­chung des Minis­te­ri­ums für Ver­kehr Baden-Würt­tem­berg und des Thü­rin­ger Minis­te­ri­ums für Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft hat die Effekte von Fahr­rad­hel­men und einer poten­ti­ell mög­li­chen Helmpf­licht umfas­send wis­sen­schaft­lich unter­sucht.

„Fahr­rad­helme sind geeig­net, die Zahl schwe­rer Kopf­ver­let­zun­gen bei Fahr­ra­d­un­fäl­len signi­fi­kant zu ver­rin­gern. Unser Ziel ist es daher, das Helm­tra­gen zur Nor­ma­li­tät wer­den zu las­sen – auch ohne Helmpf­licht. Eine höhere Helm­tra­ge­quote ist ein wich­ti­ges Ele­ment unse­rer Stra­te­gien zur Erhö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit von Rad­fah­re­rin­nen und Rad­fah­rern“, sagte der baden-würt­tem­ber­gi­sche Ver­kehrs­mi­nis­ter Win­fried Her­mann am 
9. März 2017. Auch Thü­rin­gen ver­folgt die För­de­rung des frei­wil­li­gen Helm­tra­gens: „Wir wol­len das Fahr­rad­fah­ren attrak­tiv und gleich­zei­tig sicher gestal­ten. Des­we­gen inves­tie­ren wir in gut aus­ge­baute Rad­wege und wir unter­stüt­zen die Ver­kehrs­wach­ten. Sie wer­ben lan­des­weit für das frei­wil­lige Helm­tra­gen mit Test­vor­füh­run­gen, Pla­ka­ten und Infor­ma­ti­ons­ma­te­ria­lien. Vor­beu­gen ist bes­ser als hei­len. Wir set­zen bei dem Thema auf prä­ven­tive Maß­nah­men und dazu lie­fert die Stu­die jetzt eine wert­volle Grund­la­gen­ar­beit“, sagte die Thü­rin­gi­sche Ver­kehrs­mi­nis­te­rin Bir­git Kel­ler.

Die Stu­die beleuch­tet wis­sen­schaft­lich fun­diert an Hand von über 350 Quel­len aus unter­schied­li­chen Län­dern und Zei­ten das Thema Fahr­rad­helm aus allen Per­spek­ti­ven. Sie prüft eine Viel­zahl mög­li­cher Effekte von Hel­men und einer Helmpf­licht umfas­send auf ihre wis­sen­schaft­li­che Belast­bar­keit. „Die Stu­die ist eine her­vor­ra­gende Grund­lage für die wei­tere Arbeit zum Thema Fahr­rad­helme. Wir wol­len auf die­ser Basis die Debatte zum Fahr­rad­helm bzw. der Tra­ge­pflicht auf eine sach­li­che Grund­lage stel­len“, erläu­terte Minis­ter Her­mann. „Im Kern sollte dabei die Frage ste­hen, wie wir noch deut­lich mehr Men­schen zum Helm­tra­gen beim Rad­fah­ren ani­mie­ren kön­nen.“
 
Die Stu­die unter­sucht unter­schied­li­che Ansätze zur Erhö­hung der Helm­tra­ge­quo­ten. Unter ande­rem wurde auf Basis von 268 ver­schie­de­nen Para­me­tern eine Kos­ten-Nut­zen-Ana­lyse für eine gesetz­li­che Helmpf­licht durch­ge­führt. Die Ana­lyse ergab ein deut­lich posi­ti­ves Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis. Nut­zen und Kos­ten kon­zen­trie­ren sich dabei stark auf die Alters­gruppe der über 65jäh­ri­gen. Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann: „Mehr Men­schen soll­ten einen Helm tra­gen. Die Kin­der gehen hier in der Regel schon mit gutem Bei­spiel voran. Ich würde mir wün­schen, dass zukünf­tig auch die Eltern und Gro­ß­el­tern ihrer Vor­bildrolle bes­ser gerecht wer­den.“
 
Berück­sich­tigt wur­den bei den Berech­nun­gen auch die unge­wünsch­ten Neben­wir­kun­gen einer gesetz­li­chen Helmpf­licht. Bei einer Befra­gung im Rah­men der Stu­die gab ein Teil der Rad­fah­ren­den bei­spiels­weise an, bei Ein­füh­rung einer Helmpf­licht zukünf­tig ganz oder teil­weise auf das Rad­fah­ren zu ver­zich­ten. Danach würde sich die Fahr­leis­tung von Rad­fah­re­rin­nen und Rad­fah­rern ins­ge­samt um etwa 7 Pro­zent ver­rin­gern. Doch trotz den dadurch berech­ne­ten nega­ti­ven Fol­gen für die Gesund­heit bleibt unterm Strich eine posi­tive Bilanz.

Baden-Würt­tem­berg ver­folgt die Ziel­set­zung, die Zahl der im Rad­ver­kehr Ver­un­glück­ten und Getö­te­ten gegen­über dem Jahr 2010 bis zum Jahr 2020 um 40 Pro­zent zu redu­zie­ren. Lang­fris­tig soll die Vision Zero erreicht wer­den - ein Stra­ßen­ver­kehr ohne Tote und Schwer­ver­letzte. Diese Ziele sind auch mit hohen Helm­quo­ten alleine nicht erreich­bar. „Das Land Baden-Würt­tem­berg setzt der­zeit auf Basis sei­nes Ver­kehrs­si­cher­heits­kon­zep­tes sowie der RadSTRATEGIE Baden-Würt­tem­berg eine Viel­zahl von Maß­nah­men um. Zusam­men mit hohen Helm­tra­ge­quo­ten wol­len wir eine deut­li­che Erhö­hung der Ver­kehrs­si­cher­heit der Rad­fah­ren­den errei­chen“, ergänzt Ver­kehrs­mi­nis­ter Her­mann. „Schwer­punkte sind der sys­te­ma­ti­sche Aus­bau siche­rer Infra­struk­tur, die Unter­stüt­zung eines siche­ren Ver­kehrs­ver­hal­tens von Auto­fah­rern und Rad­fah­rern sowie die Erhö­hung der Sicher­heit durch Maß­nah­men im Bereich der Fahr­zeug­tech­nik z.B. von Abbie­ge­as­sis­ten­ten von Lkw.“