Fahr­rad­pen­deln – Tipps aus For­schung und Pra­xis

25. August.
Con­tent-Paket Fahr­rad­pen­deln

Gerade in der Som­mer­zeit sind viele Men­schen gerne mit dem Rad unter­wegs. Dabei spü­ren viele: das Fahr­rad für All­tags­wege zu nut­zen, tut gut – einem selbst und der Umwelt! Das kann der Ansporn sein, auch in den Herbst und Win­ter hin­ein wei­ter mit dem Rad zu fah­ren – egal ob zur Arbeit oder in der Frei­zeit.

In die­sem Con­tent-Paket der Initia­tive Rad­KUL­TUR:

  • Info­gra­fik: Inspi­ra­tion, das Fahr­rad auf All­tags­we­gen zu nut­zen
  • Inter­view mit Rad­ver­kehrs­pro­fes­so­rin Prof. Dr. Angela Fran­cke: So brin­gen wir mehr Men­schen aufs Rad
  • Berichte und Bil­der: So brin­gen Unter­neh­men in Baden-Würt­tem­berg den Rad­ver­kehr voran
     

Tipps aus der For­schung: So brin­gen wir mehr Men­schen aufs Rad

Inter­view mit Rad­ver­kehrs­ex­per­tin Prof. Dr. Angela Fran­cke

Prof. Dr. Angela Fran­cke ist seit März 2021 eine von sechs Rad­ver­kehrs­pro­fes­so­rin­nen und -pro­fes­so­ren in Deut­sch­land. An der Hoch­schule Karls­ruhe forscht sie unter ande­rem zu Rad­ver­kehr und Rad­ver­kehrs­in­fra­s­truk­tur, Pla­nung und För­de­rung von akti­ver Mobi­li­tät sowie Ver­kehrs­ent­wick­lung, -inno­va­ti­o­nen und Trends. Die Initia­tive Rad­KUL­TUR hat sie zu Mög­lich­kei­ten befragt, mehr Men­schen zum Rad­fah­ren zu moti­vie­ren.

Frau Prof. Dr. Fran­cke, Sie beschäf­ti­gen sich in Ihrer For­schung unter ande­rem mit der För­de­rung akti­ver Mobi­li­tät. Als Initia­tive Rad­KUL­TUR inter­es­siert uns: Wie erreicht man die Men­schen in ihrem All­tag?

Ihre Frage hat schon einen Teil der Ant­wort ent­hal­ten – wir errei­chen Men­schen sehr gut in ihrem All­tag, dort wo sie unter­wegs sind, dort wo sie arbei­ten und leben. Um den Rad­ver­kehr zu för­dern, heißt das im Umkehrschluss, dass wir alle Akteu­rin­nen und Akteure mit ins Boot holen soll­ten, vom Arbeit­geber über Kom­mu­nen bis hin zu den Schu­len und dem eige­nen Zuhause. Das kann über gezielte Akti­o­nen und Öffent­lich­keits­a­r­beit erfol­gen, wobei alle Lebens­la­gen ein­be­zo­gen wer­den müs­sen: Arbei­ten, Ein­kau­fen, Frei­zeit, … 

Das heißt, dass die Ange­bote der Rad­KUL­TUR ein gutes Poten­zial haben, die Men­schen zu errei­chen. Wie klärt man denn am bes­ten über die Vor­teile des Rad­fah­rens auf?

Die beste Maß­nahme, um Men­schen vom Rad­fah­ren zu über­zeu­gen, ist das Aus­pro­bie­ren. Mir schwebt die Vision vor, dass das Fahr­rad etwas ganz Nor­ma­les und All­täg­li­ches ist, weil die Vor­teile ein­fach beste­chend sind. Für Wege unter fünf Kilo­me­tern, die die häu­figs­ten Wege sind, ist das Rad die schnellste und güns­tigste Alter­na­tive. 

Wie kön­nen Unter­neh­men ganz kon­kret ihre Mit­a­r­bei­ten­den moti­vie­ren?

Eine gute Mög­lich­keit sind Mit­mach­ak­ti­o­nen, die durch das gemein­same Aus­pro­bie­ren, den Wett­be­werb und den gemein­sam erziel­ten Erfolg einen Anreiz bie­ten. Sie funk­tio­nie­ren ins­be­son­dere dann gut, wenn sie über einen etwas län­ge­ren Zeit­raum gehen, gleich­zei­tig aber zeit­lich begrenzt sind, wie z.B. das STADT­RA­DELN. Es gelingt am bes­ten, wenn alle Ebe­nen im Unter­neh­men mit Begeis­te­rung dabei sind und nach­hal­tige Mobi­li­tät gelebt wird. Es geht mir hier nicht darum, dass jede und jeder das Fahr­rad täg­lich nut­zen muss. Schon der Ersatz von einem Weg die Woche ist ein Anfang. Und ein Pro­bie­ren, was dann hof­fent­lich auch zu wei­te­ren Fahr­ten führt. 

Wie kön­nen Pro­jekte und Initia­ti­ven wie die Rad­KUL­TUR Kom­mu­nen und Unter­neh­men bei ihren Akti­vi­tä­ten unter­stüt­zen? 

Dank Initia­ti­ven wie der Rad­KUL­TUR und ihren Ange­bo­ten kön­nen Kom­mu­nen und Unter­neh­men leich­ter auf beste­hen­den und wir­kungs­vol­len Maß­nah­men zur För­de­rung des Rad­ver­kehrs auf­bauen. Der Bau­kas­ten ermög­licht es ihnen, aus einer Viel­zahl von erprob­ten Maß­nah­men aus­zu­wäh­len und diese sofort zu imple­men­tie­ren – ohne erst lange an einer eige­nen Lösung tüf­teln zu müs­sen. Das hilft auch, Maß­nah­men schnell und unkom­pli­ziert umzu­set­zen. Damit wird das Image vom Rad­fah­ren ins­ge­samt geför­dert. Kom­mu­nen und Unter­neh­men kön­nen zei­gen, was sie im Rad­ver­kehr bewe­gen möch­ten und dass sie die Maß­nah­men zur Errei­chung der Kli­ma­ziele ernst neh­men – denn im End­ef­fekt steigt damit die Lebens­qua­li­tät für alle.

Wei­ter­le­sen

Team­foto Peter's gute Back­stube Bühl

oben: Repa­ra­tur­sta­tion Roche Lud­wigs­burg
unten: Fahr­rad­park­platz Ver­sand­haus Walz Bad Wald­see